Multi-Body Parts in SOLIDWORKS Weldments / Structure System – Das Problem und die Lösung mit dem DSTV Assistant

Multi-Body Parts in SOLIDWORKS Weldments / Structure System
Vom Design in die Fertigung - Geht das so einfach?

Das Multi-Body-Problem

SOLIDWORKS Weldments / Structure System erzeugen sogenannte Multi-Body Parts – also ein einzelnes Bauteil, das mehrere Volumenkörper enthält.
Für die Konstruktion ist das eine clevere Lösung: Sämtliche Strukturprofile bleiben in einer Datei, Änderungen lassen sich komfortabel steuern und typische Probleme klassischer Baugruppen – wie zahlreiche Verknüpfungen, externe Referenzen oder zirkuläre Bezüge – werden weitgehend vermieden.

Genau genommen sind Multi-Body Parts der Weg, mit dem SOLIDWORKS parametrische Stahlbaukonstruktionen innerhalb der Part-Umgebung ermöglicht. Für viele Konstruktionsaufgaben funktioniert dieses Konzept erstaunlich gut und bietet einen einfachen Einstieg in die Schweißkonstruktion.

Der Preis dafür zeigt sich allerdings in den nachgelagerten Prozessen und den fehlenden Stahlbaufunktionen, wie sie SolidSteel parametric für SOLIDWORKS bietet.

Während der Konstrukteur mehrere Körper als ein Bauteil betrachtet, benötigen Fertigung, CAM-Systeme und Maschinensteuerungen eigenständige Bauteile mit ihren individuellen Eigenschaften. Ein Multi-Body Part besitzt jedoch nur einen gemeinsamen Satz an Dateieigenschaften. Material, Artikelnummern oder andere Part-Properties gelten zunächst für das gesamte Teil und nicht für die einzelnen Körper.

Um dieses Manko auszugleichen, hat SOLIDWORKS die Zuschnittliste (Cut List) eingeführt. Sie stellt für jeden Strukturkörper eigene Informationen wie Länge, Profil oder Material bereit und ist damit eine wichtige Grundlage für Stücklisten und Fertigungsunterlagen. Für viele Auswertungen funktioniert dieses Konzept sehr gut.

Sobald jedoch native Fertigungsdaten erzeugt werden sollen – beispielsweise DSTV-, DXF- oder andere NC-Dateien – stößt dieser Ansatz an seine Grenzen. Diese Exportformate arbeiten auf Bauteilebene und nicht auf Ebene einzelner Körper innerhalb eines Multi-Body Parts.

Das Gleichteile-Problem

Eine direkte Folge davon ist die fehlende automatische und geometrische Gleichteileerkennung.

Enthält eine Konstruktion beispielsweise sechs identische Pfosten innerhalb eines Multi-Body Parts, erzeugt ein herkömmlicher DSTV-Export sechs einzelne NC-Dateien – obwohl fertigungstechnisch eine einzige Datei mit der Stückzahl 6 das gewünschte Ergebnis wäre.

Für den Maschinenbediener bedeutet das unnötige Dateien, mehr Verwaltungsaufwand und ein höheres Fehlerrisiko. Die eigentliche Information "dieses Bauteil wird sechsmal gefertigt" geht im Exportprozess verloren.

Ohne Gleichteileerkennung wird für jeden Körper eine NC Datei erstellt
Ohne Gleichteileerkennung wird für jeden Körper eine NC Datei erstellt

Warum das kein Fehler von SOLIDWORKS ist – sondern eine Systemgrenze

Diese Einschränkung ist weniger ein Fehler als vielmehr die Konsequenz der gewählten Architektur. Multi-Body Parts wurden in erster Linie entwickelt, um Schweißkonstruktionen effizient innerhalb einer Part-Datei modellieren zu können. Für die Konstruktion ist das ein sinnvoller Kompromiss, für nachgelagerte Fertigungsprozesse jedoch nicht immer die ideale Datenbasis.

Alternative Ansätze – wie sie beispielsweise spezialisierte Stahlbaulösungen verfolgen – arbeiten mit einer eigenen Parametrik auf Baugruppenebene. Dadurch können einzelne Bauteile eigenständig verwaltet werden, ohne die typischen Nachteile klassischer SOLIDWORKS-Baugruppen mit zahlreichen Mates und externen Referenzen in Kauf nehmen zu müssen. Das Ergebnis sind performante Modelle, bei denen jedes Bauteil von Anfang an als eigenständiges Fertigungsobjekt existiert.

Wer jedoch bewusst auf die Flexibilität der SOLIDWORKS-Weldments setzt, benötigt für die Fertigung einen intelligenten Übergang zwischen Konstruktion und Produktion.

Unsere Lösungen für beide Arbeitsweisen

DSTV Assistant – Gleichteileerkennung aus Multi-Body Parts
Geometrisch identische Bauteile werden automatisch erkannt und zu einer gemeinsamen NC-Datei zusammengefasst, in der die benötigte Stückzahl angegeben ist.

Auch bei SOLIDWORKS Weldments müssen Anwender nicht auf einen komfortablen DSTV-Export verzichten. Der DSTV Assistant kann Multi-Body Parts direkt analysieren und die enthaltenen Strukturkörper als DSTV-NC-Dateien ausgeben. Für den eigentlichen Export ist eine vorherige Zerlegung des Mehrkörperteils daher nicht erforderlich.

Sollen darüber hinaus jedoch geometrisch identische Bauteile automatisch erkannt und zu einer gemeinsamen NC-Datei mit der entsprechenden Stückzahl zusammengefasst werden, müssen die Strukturkörper zunächst mit der SOLIDWORKS-Funktion "Körper speichern" in einzelne Bauteile überführt werden. Erst auf dieser Baugruppenebene kann die geometrische Gleichteileerkennung zuverlässig arbeiten.

Wer diesen Zwischenschritt grundsätzlich vermeiden möchte, findet mit SolidSteel parametric einen anderen Ansatz. Hier entstehen Stahlbaukonstruktionen inklusive Profile, stahlbautypischer Verbindungen, Treppen oder Geländer von Anfang an als eigenständige Komponenten einer Baugruppe. Durch den eigenen Parametrik-Kern werden die Bauteile intelligent verwaltet, ohne auf eine Vielzahl klassischer SOLIDWORKS-Mates oder umfangreiche externe Referenzen angewiesen zu sein. Dadurch bleiben auch große Stahlbaukonstruktionen performant und sämtliche Folgeprozesse – von Stücklisten über PDM bis hin zum DSTV-Export – greifen direkt auf einzelne Bauteile zu.

Ob bestehende Weldment-Konstruktionen oder vollständig parametrischer Stahlbau: Für beide Arbeitsweisen bieten wir eine Lösung, die den Übergang von der Konstruktion in die Fertigung deutlich effizienter gestaltet.

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