Parametrisches Geländer mit vertikalen Stäben und durchgehendem Handlauf mit SolidSteel parametric für SOLIDWORKS

Fertigungsdaten aus SOLIDWORKS
Automatisierte DSTV NC / NC1 und DXF Exporte im Überblick

Wer Stahlbauteile nicht nur konstruiert, sondern auch fertigt, braucht mehr als ein schönes 3D-Modell. Am Ende der Konstruktionskette stehen Fertigungsdaten – und die müssen stimmen. In diesem Beitrag zeigen wir, wie der DSTV Assistant und SolidSteel parametric gemeinsam dafür sorgen, dass aus SOLIDWORKS-Modellen direkt verwendbare NC-Daten und DXF-Dateien entstehen.

DSTV NC-Daten – aus jeder Quelle

Der DSTV Assistant für SOLIDWORKS kann NC-Daten aus ganz unterschiedlichen Quellen erzeugen – egal ob SolidSteel parametric Profile, importierte STEP-Dateien oder native SOLIDWORKS-Bauteile. Genau das zeigt unser Video.

Analyse und Gleichteileerkennung

Der Einstieg ist denkbar einfach:
Ein Klick auf Start DSTV Assistant öffnet das Menü. Die Voreinstellung Analyze All erfasst die gesamte Baugruppe auf einen Schlag. Alternativ lassen sich einzelne Unterbaugruppen oder auch einzelne Körper gezielt auswählen. Dass hier bewusst von Körpern und nicht von Teilen die Rede ist, hat einen guten Grund: Bei z.B. SOLIDWORKS Multi-Body Parts sollen die einzelnen Komponenten separat erkannt werden.

Die Auflösungseinstellung – was steckt dahinter?

Unter den Einstellungen findet sich ein Parameter, der auf den ersten Blick kryptisch wirkt: die Auflösung für die Profilgeometrie-Erkennung.
Um den Parameter sinnvoll einzustellen, lohnt es sich kurz zu verstehen, wie die Profilerkennung intern arbeitet, denn der DSTV Assistant muss dabei eine grundlegende Frage beantworten: An welcher Stelle eines Trägers lässt sich das Profil am zuverlässigsten identifizieren?

Das Problem: An den Enden eines Trägers gibt es oft Bearbeitungen – Schnitte, Bohrungen, Ausklinkungen. Diese Stellen eignen sich nicht zur Profilidentifikation. Der DSTV Assistant löst das elegant:

Einstellung = 1: Profil wird in der Mitte geprüft
Einstellung = 2: Profil wird an zwei Punkten geprüft
Einstellung = 3: Profil wird gevierteilt, häufigstes Ergebnis gewinnt

Profilenden mit Bearbeitungen Einstellung 1: Profil wird in der Mitte geprüft Einstellung 2: Profil wird an zwei Punkten geprüft Einstellung 3: Profil wird gevierteilt, häufigstes Ergebnis gewinnt


Für die meisten Bauteile reicht als Standardwert 2 oder 3. Bei sehr komplexen Geometrien sollten höhere Werte gewählt werden, um das Profil sicher bestimmen zu können. Höhere Werte gehen allerdings zu Lasten der Performance, was sich aber nur bei sehr großen Baugruppen bemerkbar macht.

Ergebnisse der Analyse

Nach der Analyse gliedert sich die Übersicht in drei Kategorien:

  • SolidSteel parametric Profile – direkt und vollständig erkannt

  • Identifizierte Körper – automatisch erkannte Standardprofile und Bleche

  • Nicht identifizierte Körper – z.B. Schrauben, Sonderprofile oder nicht normgerechte Querschnitte

Nicht identifizierte Bauteile manuell ergänzen

Für Bauteile, die nicht automatisch erkannt wurden, steht die Funktion „Provide Information" zur Verfügung. Per Rechtsklick auf das Bauteil öffnet sich ein geführter Dialog, in dem Profiltyp und Achsausrichtung definiert werden.

Kurzer Hinweis zu den Profilkürzeln: Das DSTV-Format stammt ursprünglich aus Deutschland. Deshalb orientieren sich einige Kürzel an deutschen Begriffen – ein Blech wird beispielsweise mit „B" (für „Blech") kodiert. Ein Rechteckrohr trägt das Kürzel „M" – warum eigentlich, und nicht „R"? Das wissen ehrlich gesagt auch wir nicht genau, wer es weiß, darf uns da gerne aufklären.

Ausführliche Informationen zu DSTV NC Daten

Profildatenbank erweitern

Wird ein Profil nicht erkannt, weil es nicht in der Datenbank vorhanden ist, lässt sich die Datenbank direkt über die Preferences erweitern. Neue Profile können mit Normbezeichnung, Abmessungen und Gewicht pro Meter eingetragen werden. Auch wenn ein manuell eingetragenes Profil ohne normgerechte Radien nicht automatisch erkannt wird – die hinterlegten Daten füllen beim manuellen Zuweisen alle relevanten Felder automatisch aus.

Profilradien
Importiertes Bauteil ohne Radien links im Vergleich zum genormten Querschnitt rechts
Hinzufügen von unidentifizierten Profilen
Hinzufügen von unidentifizierten Profilen
Profil hinzufügen Dialog
Profilparameter werden komfortabel im Dialog eingegeben

Export

Beim Export stehen flexible Optionen zur Verfügung:

  • Export einzelner Bauteile, Profiltypen oder der gesamten Baugruppe

  • Wahl zwischen .NC und .NC1 Dateiformat

  • Steuerung der Export-Blöcke (z.B. Bohrungen, Signaturen, Markierungen)

  • Vergabe einer Auftragsnummer als Ordnername

Die Ausgabe landet in einem Ordner mit Auftragsnummer und Zeitstempel – mehrere Exporte derselben Bestellung bleiben so sauber voneinander getrennt.

DSTV Export Dialog
DSTV Export Dialog mit Exportoptionen
NC Daten im Export Ordner
NC Daten im Export Ordner

Ergebnis im Viewer

Im NC-Viewer lassen sich die exportierten Dateien als 3D-Modell darstellen – inklusive aller Bohrungen, Schnitte und weiterer Bearbeitungen. Ein einfacher Plausibilitätscheck vor der Übergabe an die Maschine.

DXF-Export für Blechteile

Neben den DSTV NC-Daten für Stahlprofile bietet SolidSteel parametric einen spezialisierten DXF-Export speziell für Blechteile – mit automatischer Gleichteileerkennung, Sortierung nach Blechdicke und allen relevanten Informationen direkt im Dateinamen.

Den vollständigen Workflow – von der Positionsnummernvergabe über den Export bis zur fertigen DXF-Datei inklusive Abwicklung und Biegelinien – haben wir im Video ausführlich gezeigt. Die wichtigsten Punkte im Überblick:

  • Extrudierte Körper werden beim Export automatisch in SOLIDWORKS Sheet Metal umgewandelt

  • Die Ausgabe ist nach Blechdicke in Unterordner sortiert

  • Der Dateiname enthält Auftragsnummer, Positionsnummer und Anzahl

  • Gleiche Teile erzeugen nur eine Datei

  • Optional: Export der Abwicklung mit Biegelinien

Werkstattzeichnungen und Stücklisten

Fertigungsdaten umfassen natürlich mehr als NC- und DXF-Dateien. Werkstattzeichnungen und Stücklisten sind ein ebenso wichtiger Teil des Workflows – dazu haben wir bereits eigene Beiträge veröffentlicht:

Newsblogbeitrag Werkstattzeichnungen

Newsblogbeitrag Stücklisten

Ein Tipp für alle, die noch mehr aus Blechen herausholen möchten

SPI und Klietsch haben einiges gemeinsam: Wir beide entwickeln Add-ins für SOLIDWORKS und Inventor – die Kollegen aus dem Norden für die Blechbearbeitung, wir für den Stahl-, Behälter- und Aluminiumbau. Zwei Unternehmen, die dieselben Systeme erweitern – nur an sehr unterschiedlichen Enden des Werkstoffs.

SPI SheetMetalWorks erweitert die Blechfunktionen von SOLIDWORKS und Autodesk Inventor um fertigungsspezifische Funktionen wie präzisere Abwicklungsberechnungen, automatische Herstellbarkeitsprüfungen, Material- und Werkzeugdatenverwaltung sowie die zuverlässige Verarbeitung komplexer oder importierter Blechteile. Dadurch entstehen fertigungsgerechte Abwicklungen und NC-Daten, die den Übergang von der Konstruktion zur CAM- und CNC-Fertigung automatisieren, Nacharbeit reduzieren und die Prozesskette deutlich effizienter machen.

Eine Empfehlung für alle, deren Konstruktionsalltag über den Stahl hinausgeht.

SPI SheetMetal Works für SOLIDWORKS

SPI SheetMetal Inventor





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