Markierungen, Pulverlinien, Signaturen – und automatisch beschriftete Blechteile. Der Artikel behandelt zwei Themen, die eines gemeinsam haben: Informationen, die auf das Bauteil gehören, sollen dort automatisch ankommen – ohne manuellen Aufwand und ohne Fehlerrisiko.
Dies ist der dritte und letzte Artikel unserer Manufacturing Weeks. Die beiden vorherigen Beiträge sind hier zu finden: Automatisierte DSTV NC / NC1 und DXF Exporte im Überblick behandelt Profilerkennung, Datenbankverwaltung und Exportoptionen. DSTV NC-Daten aus Weldments und STEP erklärt den Umgang mit SOLIDWORKS Weldments, importierten STEP-Dateien und dem Multi-Body-Problem.
DSTV NC Markierungen
DXF Labeling
Der DSTV Assistant unterstützt alle drei Arten von Markierungsinformationen, die direkt in DSTV NC / NC1-Dateien eingebettet werden können: Markierungen (Körnerpunkte), Pulverlinien und Signaturen. Alle drei werden auf Bauteilebene mit Standard-SOLIDWORKS-Skizzen definiert – ohne zusätzliche Tools oder Plugins. Entscheidend ist dabei die korrekte Benennung der Skizzen und die Kenntnis der geltenden Regeln.
Jede Art von Markierung wird durch den Namen der zugehörigen Skizze definiert. Die Regeln sind einfach:
Mark (oder Mark_001, Mark_002, …) – erscheint als KO-Block in der NC-Datei und steht für eine Körnermarkierung. Die Skizze muss eine geschlossene Kontur sein.
Powder (oder Powder_001, Powder_002, …) – erscheint als PU-Block in der NC-Datei und steht für eine Pulverlinie. Auch hier gilt die Regel der geschlossenen Kontur.
Signature (oder Signature_001, Signature_002, …) – erscheint als SI-Block in der NC-Datei. Der Signaturtext wird mit der Standard-SOLIDWORKS-Textfunktion hinzugefügt und kann entweder manuell eingegeben oder mit einer benutzerdefinierten Eigenschaft verknüpft werden – zum Beispiel mit der Positionsnummer des Bauteils.
Mehrere Konturen können in einer einzigen Skizze zusammengefasst oder auf separate Skizzen mit nummerierten Suffixen verteilt werden – beide Varianten werden vollständig unterstützt. Alle Markierungen müssen auf Bauteilebene erstellt werden, nicht auf Baugruppenebene.
Nach dem Export sind alle definierten Markierungen klar in der NC-Datei erkennbar. Beim Öffnen der Datei in einem Texteditor sind die drei Blocktypen sofort sichtbar: SI für die Signatur, KO für die Körnermarkierung und PU für die Pulverlinie.
Im NC-Viewer werden Markierungen und Pulverlinien am 3D-Modell dargestellt, und die Signatur wird genau so angezeigt, wie sie in SOLIDWORKS definiert wurde. Eine zuverlässige visuelle Kontrolle, bevor die Daten an die Maschine übergeben werden.
Allgemeine Informationen zum DSTV NC Format sind auf einer eigenen Seite zusammengefasst – dort finden Sie auch ein illustriertes White-Paper als PDF zum kostenlosen Download:
Ausführliche Informationen zu DSTV NC Daten
Blechteile wie Stirnplatten lassen sich leicht verwechseln – besonders wenn viele ähnliche Teile in großen Stückzahlen gefertigt werden. SolidSteel parametric löst dieses Problem mit automatischer Beschriftung: Positionsnummern werden direkt als Teil des DXF-Exports auf das Bauteil geschrieben und können in der Fertigung angebracht werden – zum Beispiel mit einem Laser. Kein manueller Transfer, kein Verwechslungsrisiko.
Die Beschriftung basiert auf Vorlagen – eine Vorlage pro Verbindungstyp, z. B. für eine Stirnplattenverbindung. Jede Vorlage legt fest, wo die Beschriftung auf dem Bauteil platziert wird und welche Information sie enthält.
Der Workflow erfordert einen kleinen, aber wichtigen Umweg: Da die benutzerdefinierte Eigenschaft für die Positionsnummer zum Zeitpunkt der Vorlagenerstellung noch nicht existiert, kann sie in der SOLIDWORKS-Skizzentextfunktion nicht direkt referenziert werden. Die Lösung besteht darin, zunächst eine Zwischeneigenschaft namens Labeling zu erstellen, die die Positionsnummer über die Standard-SOLIDWORKS-Syntax referenziert. Diese Eigenschaft wird dann dem Textlayer in der Skizze zugewiesen.
Sobald die Verbindung mit dem Stirnplatten-Tool erstellt und die Vorlage angewendet wurde, weist eine Positionsnummernaktualisierung dem Bauteil die korrekte Nummer zu. Ein anschließendes Metadaten-Rewrite überträgt diese Nummer in die benutzerdefinierte Eigenschaft – und die Beschriftung erscheint genau wie definiert auf dem Bauteil.
Der DXF-Export enthält die Beschriftung automatisch – sofern der Skizzenexport in den Exportoptionen aktiviert ist. Die erzeugte DXF-Datei wird im gewählten Exportordner gespeichert, organisiert in Unterordner nach Blechdicke.
Die Beschriftung erscheint direkt auf der Abwicklung des Bauteils und ist fertigungsbereit. Bei größeren Projekten mit vielen verschiedenen Blechteilen in hohen Stückzahlen eliminiert diese Automatisierung einen erheblichen manuellen Aufwand und eine wesentliche Fehlerquelle – sowohl in der Arbeitsvorbereitung als auch auf der Baustelle.
Werden einzelne Teile ohne Beschriftung benötigt, wird einfach die Standard-Vorlagendatei ohne Beschriftungsskizze verwendet. Die Wahl ist flexibel und kann je Verbindung getroffen werden.
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